Hochwasser & Überschwemmungen

Zwei der weltweit schlimmsten Überschwemmungen seit dem Jahr 2000

3 Nov, 2022

Naturkatastrophen wie Überschwemmungen und Sturmfluten können verschiedene Ursachen haben, die auf globale, aber auch regionale Faktoren zurückzuführen sind. Gemeinsam haben die meisten Flutkatastrophen jedoch, dass sie für Zerstörungen, Leid und Panik sorgen. Jedes Jahr kommen zahlreiche Menschen bei den Folgen eines Hochwassers oder eines Extremwetterereignisses ums Leben. Tausende Menschen verlieren dabei ihre Unterkunft und in manchen Fällen sogar ihre gesamte Existenzgrundlage. Klimaexperten und Expertinnen zufolge werden solche Überschwemmungsphänomene in den nächsten Jahren in ihrer Regelmäßigkeit und Intensität sogar noch zunehmen und wahrscheinlicher werden. Wir möchten in diesem Blogeintrag auf zwei der verheerendsten Überschwemmungen der letzten Jahre aufmerksam machen, die in ihrer Entstehung zwar unterschiedlich sind, sich in ihren Folgen jedoch sehr gut vergleichen lassen.

Überschwemmung in Pakistan (2022)

Erst in diesem Jahr ereignete sich in Pakistan eine der verheerendsten Flutkatastrophen der letzten Jahrzehnte. Auf Grund eines enorm starken Monsunregens standen zwischenzeitlich 33 Prozent des Landes unter Wasser. Damit handelt es sich um das schlimmste Hochwasser in der Geschichte des Südasiatischen Staates. Die heftigen Regenfälle sorgten dafür, dass tausende Hektar Agrarwirtschaftlicher Flächen überschwemmt wurden. Zahlreiche Wohngebäude und Gesundheitseinrichtungen wurden zerstört. Das Hochwasser forderte Todesopfer im vierstelligen Bereich. Diese sind jedoch nicht nur auf die Überschwemmungen an sich zurückzuführen, sondern auch auf den Ausbruch mehrerer Krankheiten wie Malaria, Dengue-Fieber oder Cholera. Auch andere Infektionskrankheiten stellten wegen der mangelnder Gesundheitsversorgung und des erhöhten Infektionsrisikos eine große Bedrohung für die Bevölkerung dar.

Die Überflutung in Pakistan dauerte mehrere Monate an. Anhaltende Regengüsse sorgten seit Mitte Juni für Sturzfluten und Erdrutsche. Experten und Expertinnen zu folge gilt der Klimawandel als Hauptursache für die stark erhöhten Niederschlagsmengen. Die globale Erwärmung sorgt nämlich dafür, dass die Erdatmosphäre Wasserstoff in größeren Mengen und länger halten kann. Dies führt in der Folge zu längeren Trockenperioden und heftigeren Regengüssen. Wenn große Regenmengen auf trockenen Boden treffen, sind Überflutungen wahrscheinlich, da der Boden die Flüssigkeit nicht schnell genug aufnehmen kann. Im Mittel waren die Niederschlagsmengen in Pakistan im Jahr 2022 ca. 3-mal höher als im Durchschnitt der letzten drei Jahrzehnte. Darüber hinaus sorgten regionale Begebenheiten wie Waldrodung, Abholzung und Oberflächenversiegelung für eine Verstärkung des Problems.

Insgesamt kamen bei dem Hochwasser etwa 1700 Menschen ums Leben, rund 13.000 wurden zudem leicht oder schwer verletzt. Von den 220 Millionen Einwohnern mussten mehr als 33 Millionen ihre Wohnunterkünfte verlassen. Dies entspricht 15% der Gesamtbevölkerung. Mehr als 1 Million Häuser wurden vollständig von den Wassermassen zerstört.  900 Gesundheitseinrichtungen und zahlreiche öffentliche Gebäude waren von den Überschwemmungen betroffen und mussten geschlossen werden. Durch die Überflutungen der landwirtschaftlichen Flächen, haben pakistanische Bauern Ernteeinbuße im Millionenbereich zu tragen. Aus diesem Grund fehlten der pakistanischen Bevölkerung wichtige Grundnahrungsmittel sowie sauberes Trinkwasser. Die kontaminierten Abwässer verursachten außerdem eine Verbreitung von Infektionskrankheiten. Die deutsche Bundesregierung hat daher beschlossen, insgesamt 60 Millionen Euro für die humanitäre Hilfe, dem Wiederaufbau der Infrastruktur sowie für Nahrungsmittel und medizinische Güter zur Verfügung zu stellen. Laut der pakistanischen Regierung belaufen sich die Kosten für den Wiederaufbau zwischen 10 und 30 Milliarden Euro.

Hurrikan Katrina (2005)

Am 29.08.2005 traf der Hurrikan Katrina auf die amerikanische Golfküste und den US-Bundesstaat New Orleans. Dort richtete Katrina Schäden in Milliardenhöhe an und forderte hunderte Todesopfer. Bis heute lassen sich noch die Ausmaße des gewaltigen Naturereignisses erkennen. Der Tropensturm, der sich über den Bahamas bildete, gilt bis heute als eine der fatalsten Naturkatastrophen der Vereinigten Staaten von Amerika. Zeitweise erreichte der Wirbelsturm sogar die Kategorie 5, die Höchststufe auf der Saffir-Simpson-Hurrikan-Windskala. Neben Louisiana zählten auch Alabama, Florida, Georgia und Mississippi zu den betroffenen Bundesstaaten.

Der Hurricane Katrina entwickelte sich am 23. August 2005 aus einem Tiefdruckgebiet bei den südöstlichen Bahamas und erreichte 2 Tage später zunächst die Spitze Floridas. Danach drehte der Wirbelsturm ab und zog über den Golf von Mexiko. Während am 27.08. noch Windgeschwindigkeiten von 185 km/h gemessen wurden, waren es am 28.08.2005 schon Geschwindigkeiten von bis zu 280 Stundenkilometern. Damit erreichte der Tropensturm, der nun in nördlicher Richtung weiterwanderte, die Kategorie 5. Am Morgen des 29. August näherte sich Katrina der Südküste der Vereinigten Staaten. Über Land schwächte der Hurricane rasch ab und traf mit Windzügen von 205 km/h (Kategorie 3) die Stadt New Orleans im US-Bundestaat Louisiana.

Das Deichsystem der Stadt versagte. Die Wassermassen zerstörten zwei Kanäle und schossen daraufhin unkontrolliert in das Zentrum der Stadt. Brack- und Regenwasser überfluteten in der Folge rund 80 Prozent der gesamten Stadtfläche. Die Infrastruktur wurde lahmgelegt, tausende Menschen flüchteten.  Insgesamt verursachte der Wirbelsturm gewaltige Schäden in Höhe von 100 Milliarden Euro - auf einer Fläche, die in etwa der Großbritanniens entspricht. Hubschrauber warfen über dem Gebiet tausende Sandsäcke ab, um die Fluten einzugrenzen. Im Louisiana Superdome, einem Football-Stadion in dem zahlreiche Menschen Unterschlupf fanden, wurden Hochwassersäcke zur Abdichtung der Eingänge verwendet. Tragischerweise forderte Katrina auch eine große Zahl an Todesopfern. Insgesamt kamen bei der Naturkatastrophe über 1800 Menschen ums Leben